Noch nicht ganz

Anscheinend ziehen mich neuerdings die kalten Phasen des Jahres an, ansonsten hätte ich die letzten Tage mit jeder Stunde abgebaut, stattdessen bin ich hochaktiv, aber auch immens verwirrt. Ich habe Zeit meinen Gefühlen nachzugehen, was von außen betrachtet wie ein Luxus scheinen mag, aber in Wahrheit furchtbar nervig ist. Jeder normale Mensch mit einer Aufgabe vergräbt alles tief im Erdreich und hin und wieder sprießen neue Blumen oder ein paar Maulwürfe haben ein kompliziertes Tunnelsystem um einen fast schon toten Baum gegraben. Ich bin lebendig, sagt mir mein rosa Gesicht nach dem Sport, auch wenn ich neulich wie tot an dem Esstisch meiner Eltern saß und kaum ein Wort herausbrachte. Zusammensacken bei den Eltern kenne ich, müde bei den Eltern sein, kenne ich, aber unfähig auch nur zu sprechen, war neu. Beängstigend. Danach war wieder alles gut. Rosa Gesicht, wie mit Anfang 30. Ich werde als Teenager sterben, verheult sind nur die billigen Kontaktlinsen und der Champagner von letzter Nacht.